DTF mit 2 Druckern
# DTF mit zwei Epson WF‑2110: Der Refiller plant den Werkstatttest
**Ein Drucker für die Farben, ein zweiter für Weiß: Können zwei einfache Vierfarbdrucker gemeinsam einen DTF-Transfer herstellen? Wir erklären den Versuchsaufbau, die technischen Hürden und die Prüfungen vom ersten Passertest bis zum bedruckten T-Shirt.**
**Teststatus: Versuchsplanung. Es liegen für die beschriebene Kombination noch keine dokumentierten Druck-, Dauerlauf- oder Waschergebnisse vor. Dieser Beitrag beschreibt einen Entwicklungsversuch und keine geprüfte Umbauanleitung mit Erfolgsgarantie.**
## Die Idee: Farbe und Weiß auf zwei Drucker verteilen
Beim klassischen DTF-Textiltransfer wird das Motiv spiegelverkehrt auf eine geeignete Transferfolie gedruckt. Hinter die Farbschicht kommt eine weiße Schicht. Anschließend folgen Schmelzkleberpulver, Gelieren und die Übertragung auf das Textil.
Hier nun die Praxis
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Unser Versuchsansatz verteilt die Druckaufgaben:
| Gerät | Geplante Befüllung | Aufgabe |
|---|---|---|
| WF‑2110 Nummer 1 | DTF-Tinte in Schwarz, Cyan, Magenta und Gelb | Farbiges Motiv drucken |
| WF‑2110 Nummer 2 | Weiße DTF-Tinte in den vier Patronenpositionen | Weiße Hinterlegung auf dieselbe Folie drucken |
Als Tintenbehälter sind passende Dr. Inkjet Easyrefill-Leerpatronen vorgesehen.
Die Trennung schafft zusätzliche Tintenkanäle. Sie löst jedoch noch nicht die Fragen nach Tintenverträglichkeit, Weißansteuerung und passgenauem Folientransport.
## Was der WF‑2110 mitbringt – und was noch geprüft werden muss
Epson beschreibt den WF‑2110 als Vierfarb-Tintenstrahldrucker für DURABrite-Ultra-Tinte. Der Schwarzkanal besitzt 180 Düsen, die drei Farbkanäle jeweils 59. Die vier Kanäle sind damit bereits in ihrer Düsenanzahl unterschiedlich aufgebaut. Eine DTF-Freigabe ergibt sich aus diesen technischen Daten nicht.
Für unseren Versuch müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:
1. Die gewählte DTF-Tinte muss mit Druckkopf, Tintenwegen und Patronen funktionieren.
2. Der zweite Drucker muss die gewünschte Weißmenge gezielt ausgeben können.
3. Die bereits bedruckte Folie muss erneut eingezogen werden, ohne Verschmieren und mit ausreichender Passgenauigkeit.
Scheitert eine dieser Voraussetzungen, ist der weitere Aufbau zunächst zu stoppen.
## Warum Weiß die besondere Herausforderung ist
Weiße Pigmente neigen zum Absetzen. Das kann zu ungleichmäßiger Deckung, gestörter Tintenversorgung und verstopften Düsen führen. Spezialisierte DTF-Drucker verwenden deshalb beispielsweise eine Weißtintenzirkulation. Mimaki nennt diese ausdrücklich als Maßnahme gegen Sedimentation.
Beim WF‑2110-Versuch ist kein entsprechendes DTF-Zirkulationssystem vorhanden. Ein zur Tinte passender Wartungsablauf muss daher erst ermittelt werden. Das Bewegen einer herausgenommenen Patrone beseitigt keine bereits entstandenen Ablagerungen im Druckkopf.
**Ein erfolgreicher Ausdruck direkt nach dem Befüllen reicht deshalb für eine Bewertung nicht aus. Entscheidend ist auch das Verhalten nach Betriebspausen.**
## Was für den Versuch benötigt wird
- Zwei technisch einwandfreie Epson WF‑2110 mit vollständigem Düsentest
- Zwei vollständige, zum Gerät passende Dr. Inkjet Leerpatronensätze
- DTF-CMYK-Tinte und weiße DTF-Tinte mit geklärter Eignung für den Aufbau
- Passende DTF-Folie und dazu abgestimmtes Schmelzkleberpulver
- Software für identische Positionierung und kontrollierte Weißausgabe
- Transferpresse und gegebenenfalls ein geeignetes Geliergerät
- Auffangwanne für Pulver und geeignete Absaugung
- Nachfüllzubehör, Reinigungsmaterial und Schutzausrüstung gemäß Sicherheitsdatenblättern
- Schwarze Baumwoll-Teststücke, Messmittel und ein Prüfprotokoll
**Wichtig:** Noch vor dem Kauf einer RIP-Software muss der Anbieter bestätigen, dass der WF‑2110 und die benötigte Kanalbelegung unterstützt werden. Die allgemeine Angabe „für Epson“ genügt dafür nicht.
## Schritt 1: Den Ausgangszustand dokumentieren
Beide Geräte erhalten eindeutige Bezeichnungen: „Farbe“ und „Weiß“.
Vor jeder Änderung werden festgehalten:
- Gerätezustand und bisher verwendete Tinte
- Firmware- und Treiberversion
- Düsentest und vorhandene Druckfehler
- Verwendete Patronenausführung
- Datum und Umgebungsbedingungen
Ein Drucker mit bestehenden Düsenausfällen eignet sich nicht als verlässliche Ausgangsbasis. Sonst lassen sich spätere Fehler kaum der Tinte, dem Umbau oder dem ursprünglichen Zustand zuordnen.
## Schritt 2: Die Passgenauigkeit zunächst ohne DTF-Tinte prüfen
Der erste Versuch untersucht ausschließlich den zweifachen Einzug. Dafür bleiben beide Geräte zunächst bei ihrer bisherigen, funktionierenden Tinte.
Eine Testdatei enthält Kreuze, Rechtecke und Messlinien an mehreren Stellen des Blattes. Drucker 1 druckt beispielsweise feine Konturen. Drucker 2 ergänzt dazu passende Markierungen.
Dabei gelten für beide Druckaufträge:
- Gleiche Seitengröße und Orientierung
- Ausgabe mit 100 Prozent Maßstab
- Keine automatische Seitenanpassung
- Kein randloser Druck mit möglicher Vergrößerung
- Gleiche Bezugskante beim Einlegen
- Unveränderte Position der Druckelemente
Als erster Prüfplan bieten sich zehn Wiederholungen an. Gemessen werden seitlicher Versatz, Versatz in Vorschubrichtung und Schräglauf.
**Bewertung:** Ein gleichbleibender Versatz lässt sich möglicherweise rechnerisch korrigieren. Ein von Blatt zu Blatt wechselnder Versatz lässt sich durch einen festen Korrekturwert nicht zuverlässig ausgleichen.
Dieser Papiertest ist eine Vorprüfung. Das Verhalten auf DTF-Folie muss anschließend gesondert untersucht werden.
## Schritt 3: Folieneinzug und Kontaktstellen untersuchen
Nun wird geprüft, ob die vorgesehene Folie überhaupt zuverlässig transportiert wird.
Zu beobachten sind:
- Wird die Folie erkannt und gerade eingezogen?
- Bleibt sie während des Drucks plan?
- Entstehen Kratzer oder Transportspuren?
- Berühren Auslaufrädchen später die bedruckte Fläche?
- Verändert sich die Passgenauigkeit beim zweiten Durchlauf?
Ein erfolgreicher Durchlauf mit unbedruckter Folie bestätigt noch nicht, dass eine frisch bedruckte Folie unbeschädigt bleibt.
**Abbruchkriterium:** Wenn die Farbschicht beim erneuten Einzug verschmiert oder mechanisch beschädigt wird, muss zuerst der Transport gelöst werden. Ein spontanes Entfernen von Rollen ist keine geprüfte Standardlösung und kann neue Einzugsprobleme verursachen.
## Schritt 4: Die Ansteuerung des Weißdruckers klären
Vier weiße Patronen führen nicht automatisch zu einer kontrollierten weißen Hinterlegung.
Der Druckertreiber behandelt die Positionen weiterhin als Schwarz, Cyan, Magenta und Gelb. Eine weiße Fläche in einer normalen Grafik wird üblicherweise als unbedruckte Fläche interpretiert.
Für den Weißdruck wird deshalb eine eigene Druckmaske benötigt. Diese muss über den tatsächlich verwendeten Softwareweg die gewünschten Kanäle ansteuern.
Zuerst sind folgende Fragen zu klären:
- Welche Kanäle werden bei der gewählten Einstellung tatsächlich verwendet?
- Lässt sich der Tintenauftrag begrenzen?
- Werden helle Abstufungen gerastert oder vollflächig ausgegeben?
- Bleiben Position und Maßstab gegenüber der Farbdatei erhalten?
DTF-RIP-Systeme bieten unter anderem Funktionen für Weißhinterlegung, Tintenbegrenzung und „Choke“. Dabei wird die Hinterlegung etwas nach innen versetzt, damit sie an den Motivkanten nicht hervorsteht. Solche Funktionen sind dokumentiert; daraus folgt jedoch keine bestätigte Unterstützung des WF‑2110.
**Erst wenn die Ausgabe kontrollierbar ist, lohnt sich das Befüllen mit Weißtinte.**
## Schritt 5: Tintenverträglichkeit klären und Geräte vorbereiten
Vor der Befüllung sollte der Tintenlieferant die konkrete Kombination beurteilen: WF‑2110, verwendete Patronen und jeweilige DTF-Tinte.
Die Patronen selbst sind nur ein Teil des Tintenwegs. Auch Filter, Dichtungen und Druckkopf müssen mit der Tinte zurechtkommen.
Bei bereits benutzten Druckern dürfen vorhandene Tintenreste nicht unkontrolliert mit DTF-Tinte vermischt werden. Eine erforderliche Reinigung erfolgt nach einem abgestimmten Verfahren mit geeignetem Reinigungsmittel.
Wiederholte intensive Reinigungen auf Verdacht sind kein Ersatz für ein solches Verfahren.
Anschließend:
1. Drucker 1 farbrichtig mit DTF-CMYK bestücken.
2. Drucker 2 mit den vorgesehenen Weißpatronen bestücken.
3. Befüllung und Belüftung nach Patronenanleitung prüfen.
4. Weiße Tinte nach Vorgabe ihres Herstellers homogenisieren.
5. Düsentests durchführen und dokumentieren.
## Schritt 6: Ein kleines Testmotiv vorbereiten
Für den ersten Versuch eignet sich ein überschaubares Motiv mit klaren Formen besser als ein großes Foto.
Sinnvoll sind beispielsweise:
- Kleine Farbflächen
- Eine größere Fläche zur Beurteilung der Weißdeckung
- Unterschiedlich starke Linien
- Ein Schriftzug zur Kontrolle der Spiegelung
- Gemeinsame Passermarken außerhalb des späteren Transfers
Farbdatei und Weißmaske erhalten dieselbe Seitengröße, dieselben Koordinaten und dieselbe Spiegelung.
Die Weißmaske umfasst die gewünschten Hinterlegungsflächen und rein weißen Motivbestandteile. Transparente Freiflächen bleiben frei.
Ein möglicher Choke wird erst nach dem Passertest festgelegt. Er darf feine Motivdetails nicht unnötig verkleinern.
## Schritt 7: Die Farbschicht drucken
Das Motiv wird spiegelverkehrt auf die vom Folienhersteller vorgesehene Druckseite ausgegeben.
Zunächst mit kleinen Flächen und vorsichtig abgestimmtem Tintenauftrag arbeiten. Beobachtet werden Tropfenbildung, Verlaufen, Zusammenziehen der Tinte und Transportspuren.
**Nicht automatisch den höchsten Qualitätsmodus wählen:** Eine höhere Einstellung kann den Tintenauftrag verändern und damit neue Probleme auf der Folie verursachen.
Druckmodus, Einstellungen und Zeitpunkt des Druckendes werden notiert.
## Schritt 8: Weiß auf dieselbe bedruckte Seite drucken
Die Folie wird ohne Berührung der Motivfläche entnommen und im zweiten Drucker entsprechend der ermittelten Einlegerichtung eingesetzt.
**Die weiße Schicht kommt auf dieselbe Folienseite wie die Farbe. Die Folie wird nicht zum Bedrucken der Rückseite gewendet.**
Der Abstand zwischen Farb- und Weißdruck ist eine eigene Versuchsgröße. Die Farbschicht darf beim Transport nicht verschmieren. Gleichzeitig müssen Schichten und anschließender Pulverauftrag mit den Verarbeitungsvorgaben des Materialsystems zusammenpassen.
Nach dem Weißdruck prüfen:
- Stimmen die Konturen überein?
- Sind weiße Säume sichtbar?
- Ist die Hinterlegung ausreichend gleichmäßig?
- Vermischen sich Farbe und Weiß unerwünscht?
- Gibt es Rädchenabdrücke oder verschmierte Bereiche?
Nicht versuchen, mangelhafte Deckung sofort durch mehrere erneute Folieneinzüge auszugleichen. Jeder zusätzliche Durchlauf kann die Passerprobleme vergrößern.
## Schritt 9: Schmelzkleberpulver auftragen
Nur ein brauchbar bedruckter Transfer wird weiterverarbeitet.
Die Folie kommt mit der bedruckten Seite nach oben in eine geeignete Auffangwanne. Das passende Pulver wird nach Herstellervorgabe gleichmäßig auf die noch aufnahmefähige Druckschicht aufgetragen. Überschuss wird entfernt, ohne das Motiv zu beschädigen.
Freiflächen müssen möglichst frei von Pulver bleiben.
Pulverarbeiten erfolgen getrennt von den Druckern. Staubaufwirbelung vermeiden und Schutzmaßnahmen sowie Absaugung nach Sicherheitsdatenblatt vorsehen.
## Schritt 10: Pulver unter der Heizpresse gelieren
Die gepuderte Folie liegt mit der bedruckten Seite nach oben auf einer geeigneten Unterlage.
Beim Gelieren unter der Presse bleibt die Heizplatte mit Abstand über der Folie. **Die Presse wird in diesem Arbeitsschritt nicht auf das Motiv geschlossen.** Diesen Unterschied zwischen Gelieren und anschließendem Transferpressen beschreibt auch Roland in seinem DTF-Leitfaden.
Die Presse muss den erforderlichen Abstand sicher halten können. Bei einer dafür ungeeigneten Bauform ist ein passendes Geliergerät die bessere Wahl.
Temperatur, Dauer und Abstand werden dem Datenblatt des verwendeten Pulvers entnommen. Die eingestellte Plattentemperatur entspricht nicht automatisch der Temperatur an der Kleberschicht.
Es gibt für den hier noch nicht abgestimmten Aufbau keine seriöse universelle Zeit-Temperatur-Empfehlung.
## Schritt 11: Auf ein schwarzes T-Shirt übertragen
Für die erste Bewertung wird ein geeignetes schwarzes Baumwoll-Teststück verwendet.
1. Textil nach Materialvorgabe vorbereiten.
2. Transfer mit der bedruckten Kleberseite nach unten auflegen.
3. Nach Vorgaben für Pulver, Folie und Textil pressen.
4. Trägerfolie entsprechend ihrer Hot-, Warm- oder Cold-Peel-Eigenschaft abziehen.
5. Falls vorgesehen, mit geeignetem Abdeckmaterial nachpressen.
Nach dem Übertragen liegt die Farbschicht außen. Weiß befindet sich dahinter, der Kleber verbindet den Transfer mit dem Textil.
Das fertige Motiv muss richtig herum erscheinen.
## Schritt 12: Ergebnis und Standzeit prüfen
Ein ansehnliches T-Shirt ist zunächst nur ein erster Befund.
Für eine belastbarere Einschätzung werden mehrere identische Transfers hergestellt. Bewertet werden Konturen, Weißdeckung, Farbwirkung, Griff und Haftung. Waschtests erfolgen nach den Vorgaben des Materialsystems; Veränderungen werden nach festgelegten Waschzyklen fotografiert.
Zusätzlich wird der Weißdrucker nach dokumentierten Pausen erneut geprüft, beispielsweise nach 24 und 72 Stunden. Wartung erfolgt dabei nach dem zuvor festgelegten Ablauf des Tintenlieferanten.
Zu notieren sind Düsenausfälle, notwendige Reinigungen, Wiederanlaufzeit und Veränderungen der Weißdeckung.
## Prüfprotokoll für den Werkstatttest
| Prüfpunkt | Zu dokumentieren |
|---|---|
| Geräte und Software | Modell, Firmware, Treiber, Ausgabesoftware |
| Materialien | Patronen, Tinten, Folie und Pulver mit genauer Bezeichnung |
| Passgenauigkeit | Versatz und Schräglauf über mehrere Wiederholungen |
| Folientransport | Einzugsfehler, Kratzer, Abdrücke, Verschmierungen |
| Weißausgabe | Angesteuerte Kanäle, Deckung, Gleichmäßigkeit |
| Verarbeitung | Abstand zwischen den Druckgängen, Gelier- und Pressparameter |
| Fertiger Transfer | Konturen, Haftung, Griff, Waschverhalten |
| Wiederanlauf | Düsentest und Reinigungsbedarf nach Betriebspausen |
| Aufwand | Arbeitszeit, Ausschuss und Wartungsverbrauch |
**Aktueller Ergebnisstand: offen. Die Felder werden erst nach tatsächlich durchgeführten Versuchen ausgefüllt.**
## Vorläufige Einschätzung von Der Refiller
Die Aufteilung auf zwei WF‑2110 ist ein nachvollziehbarer Versuchsansatz für die Werkstatt. Ob daraus ein brauchbares DTF-System entsteht, entscheidet sich besonders an drei Punkten: kontrollierte Weißausgabe, wiederholgenauer Folieneinzug und zuverlässige Tintenversorgung nach Standzeiten.
Dr. Inkjet Leerpatronen stellen die nachfüllbaren Tintenbehälter bereit. Ihre Passform bestätigt jedoch nicht automatisch die Verträglichkeit einer beliebigen DTF-Tinte.
Erst dokumentierte Wiederholungs-, Standzeit- und Waschtests erlauben eine Aussage zur praktischen Eignung. Bis dahin bleibt der Aufbau ein Entwicklungsprojekt.
**Hinweis zu den begleitenden Bildern:** Die Darstellungen veranschaulichen den geplanten Ablauf. Sie sind kein Nachweis dafür, dass das gezeigte Druckergebnis bereits mit zwei WF‑2110 hergestellt wurde.





